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Donnerstag, 15. Oktober 2015

Donnerstags-Desaster #2

Flirten will gelernt sein ...
 
„Jeder kann flirten, das ist doch total easy!“, das hat mir eine sehr gute Freundin neulich versucht weißzumachen. Aber bei aller Liebe, so easy ist das nicht.
In der Theorie vielleicht: Du linst ab und zu zum Objekt der Begierde hinüber, lächelst verschmitzt, schlägst die Augen vielsagend auf und die Beine elegant übereinander. Dazu gibt es eine ganze Reihe Lehrbücher und sogar psychologisch basierte Flirt-Seminare. „Sympathie aufbauen, indem man die Verhaltensweisen des Gesprächspartners spiegelt; ihm tief in die Augen schauen, um Vertrautheit aufzubauen“, und so weiter. Klingt gut soweit, nur in der Praxis will das bei mir einfach nicht funktionieren.
Ob ich beim Lachen anfange zu Grunzen, mir das halbe Getränk in den Ausschnitt kippe oder vor lauter Verlegenheit anfange, vom unwahrscheinlich hohen Wasseranteil von Quallen zu faseln, irgendwas passiert immer, und sexy ist das nicht. Ich sehe mich nun aber auch wirklich nicht als „femme fatale“, die jeden Kerl um den Finger wickeln kann. Im Zweifelsfall ist es besser, ihn wenigstens zum Lachen zu bringen, als gar nicht aufzufallen oder sich anzuschweigen, oder? Schweigen, noch so eine Sache, die ich auf den Tod nicht aushalte – so kommen also Quallen und Co. zustande. Ich rede dann einfach wild drauf los; wenn man sich peinlich anschweigt, gilt es schließlich, so schnell wie möglich Abhilfe zu schaffen. Gerade lese ich meinen letzten Satz und stelle fest „Was für ein Quatsch, echt!“, daher an dieser Stelle eine Notiz an mich: Denk doch wenigstens ein bisschen nach, bevor du sprichst (oder mach dir zumindest eine kleine Liste mit Notfallthemen, die nicht den Eindruck erwecken, du seist geistig umnachtet)!
Vielleicht ist es auch einfach mein Bedürfnis nach Ehrlichkeit - ich habe das Gefühl, man sollte möglichst früh die Karten auf den Tisch legen. Ich will mich ja schließlich nicht verstellen und das Gegenüber soll einen authentischen Eindruck bekommen. Dass es keine große Lüge wäre, dem Partner nicht gleich zu offenbaren, dass man in verschiedene Richtungen schielen kann und dies dann umgehend zu demonstrieren, darauf komme ich im Ernstfall natürlich nicht. Da sitz ich nun, rolle mit den Äuglein und komme nicht einmal auf die Idee, mir versonnen durchs Haar zu fahren oder mir auf die Lippe zu beißen. Ein Wunder eigentlich, dass ich es jemals über das erste Date hinaus geschafft habe. Verrückte Kerle, die sich so etwas freiwillig antun. Ich bewundere besagte Freundin, die einfach in den Raum stolziert und ihre erste Wahl offensiv angrinst, als gäbe es kein morgen. Ich persönlich stehle mich indes lieber unauffällig an allem vorbei, was ich auch nur im Geringsten anflirtungswürdig finde, schnurstracks Richtung Bar. Zu groß ist die Angst, mir einen Korb einzufangen. Das würde vermutlich nicht nur an meinem Ego kratzen, sondern mein Selbstwertgefühl komplett dahinraffen.
Eigentlich sind die Typen, die es trotzdem Tag für Tag versuchen also bemerkenswert tapfer.
Und was soll auch groß passieren, ein „Sorry, kein Interesse“ bedeutet in den meisten Fällen wahrscheinlich auch nicht „Boah, siehst du beschissen aus, außerdem ist dein Arsch zu fett“.
Also einfach mal ins kalte Wasser springen und probieren statt über dem dritten Martini zu sinnieren. Das wäre zumindest mein Vorschlag (Kommt auch gleich auf die Liste).
Ob die Männersuche so besser funktioniert, sei allerdings dahingestellt, denn, wie gesagt:
Verstehen tu ich die Kerle auch nicht.
 
 
Fee

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