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Donnerstag, 5. November 2015

Donnerstags-Desaster #5

Das Hängerprinzip

Wie versprochen, gibt es heute einen Text zum sagenumwobenen „Hängerprinzip“. Vielleicht schwebt der einen oder anderen nach dem ersten Hören noch keine konkrete Flirttaktik vor – das ging mir genauso.
 
Vorab: Meine Mama und ich haben ein ziemlich gutes Verhältnis, wir reden wirklich über alles. Ob ich nun finanzielle Probleme oder Liebeskummer habe, oder der Kerl, den ich gerade date im Bett ein totaler Egoist ist, Mutti weiß über (fast) alles Bescheid. Am Anfang war das doch ein wenig schräg, aber inzwischen schätze ich ihren Rat mehr denn je, so viel Lebenserfahrung zahlt sich eben aus. So ist es gar nicht verwunderlich, dass einer der effektivsten Tipps für Erfolg im modernen Dating-Business von ihr kommt.
Das Hängerprinzip also: Die Reiter unter uns kennen die folgende Situation wahrscheinlich nur zu gut; will man ein Pferd mit Ziehen und Zerren in den Anhänger verfrachten, rühren sich die meisten Vierbeiner nicht einen Millimeter vom Fleck. Da hilft weder Fluchen noch ein beherzter Sprung mit Anlauf gegen das Hinterteil des Sturkopfes. Lässt man das Tier hingegen langsam Schritt für Schritt selbst in den Hänger finden, läuft der Akt wie am Schnürchen.
„Also einfach die Füße stillhalten und den Typen von selbst kommen lassen“, so der weise Rat meiner Mutter.
 
Und das funktioniert tatsächlich in einem Großteil der Fälle ganz hervorragend. Irgendwie scheinen sie das zu brauchen, unsere Kerle. Dieses Gefühl, dass uns eigentlich gar nicht so viel an ihnen liegt. „WIE, die denkt nicht dauernd an mich und will demnach nicht mir zusammen sein? Gibt's ja nicht.“ - das ist natürlich nur eine Mutmaßung aber irgendwie so muss es in deren Köpfen aussehen, wenn wir mal nicht 24/7 erreichbar sind und jeden Morgen (sowie Abend) ausschweifende Liebesgrüße schicken.
 
 
In der Praxis heißt das einfach mal warten, bis er sich meldet und gegebenenfalls auch ein/zwei Stündchen verstreichen lassen, bevor es eine Rückmeldung gibt. Mittlerweile schreibe ich außerdem nur noch dann, wenn mir ohne große Grübeleien eine super Antwort einfällt. Mal ehrlich, man braucht sich auch wirklich nicht zu wundern, wenn auf einen Lachsmiley (am besten noch diesen höhnischen, der Tränen lacht!) keine liebevoll konstruierte Aussage folgt. Ein Gespräch so auf Brechen und Biegen aufrecht zu erhalten, ist ja auch nicht Sinn der Sache. Klar: Ich weiß, wie schwer es fallen kann, den Angebeteten einfach mal links liegen zu lassen aber am Ende lohnt es sich doch. Und es geht ja auch nicht darum, permanent die Eiskönigin zu spielen. Wenn man schon so selten schreibt, darf der Inhalt ruhig nett und interessiert wirken. Natürlich soll der Kerl uns erobern aber ein ermutigender Knutsch-Smiley von Zeit zu Zeit kann nicht schaden.
 
 
Fee

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