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Donnerstag, 19. November 2015

Donnerstags-Desaster #6

Alte Schwärme küsst man nicht; Part I

Folgendes Szenario kommt wahrscheinlich den meisten hier nur allzu bekannt vor: Nach einer halben Ewigkeit Funkstille schreibt, wie aus dem nichts, der Typ, den man vor zweieinhalb Jahren mal getroffen hat und eigentlich auch ganz gut fand, bevor die Geschichte ein unschönes Ende nahm. Oder der Party-Flirt, der mal eben drei bis vier Wochen verstreichen lässt, bis er das neue Profilbild lobt. Und so weiter – diesbezüglich gibt es ja genügend denkbare Möglichkeiten... Irgendwann kommen sie alle wieder. Nur warum, das habe ich noch nicht so ganz durchschaut. Mysterium Mann eben. Obwohl ich zu gern wissen würde, was in deren Köpfchen vor sich geht. Meine Hypothese dazu: „Ach, eigentlich war's mit der Ollen ja doch ganz nett, vielleicht melde ich mich mal, wo ich im Moment eh niemanden in Aussicht habe.“ - so in der Art muss das klingen.
In seltenen Fällen merken sie vielleicht wirklich, dass sie Mist gebaut haben, wie zum Beispiel mein Exfreund, dem nach sechs Monaten aufgefallen ist, dass wir uns „eigentlich echt verdammt gut verstanden haben“. 
So oder so, in einer solchen Situation hat man als Objekt der Begierde genau zwei Möglichkeiten:
Entweder man geht gar nicht erst auf den Kontaktversuch ein, oder man gibt dem Ganzen eine Chance und schaut, wohin die Sache führt – schließlich können Menschen sich ändern.
Besagtem Ex zum Beispiel habe ich seinen Fauxpas verziehen und diese Entscheidung bereue ich keine Sekunde, denn wir haben gemeinsam viele schöne Momente erlebt, die ich nicht missen möchte. Der Grund, warum ich die „Rückkehr der verlorenen Männer“ heute thematisiere ist allerdings ein anderer. Um meine momentane Situation und das volle Ausmaß der Vertracktheit zu erklären, folgt ein kurzer Exkurs in meine Vergangenheit.
Vor ungefähr drei Jahren habe ich beim Feiern Max kennengelernt. Gut vier Jahre älter als ich, ein Kumpel des Bruders meiner besten Freundin und augenscheinlich ein ziemlich cooler Typ. Zu dem Zeitpunkt hatte er gerade seine Ausbildung zum Polizisten begonnen (AHA!).
Kleiner Einschub: Generell lässt sich davon ausgehen, dass jeder Kerl, den ich kennenlerne, entweder bei der Polizei ist, oder BWL studiert - Die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel.
Zurück zu Max: Objektiv betrachtet sah er vielleicht nicht umwerfend aus, aber ich fand, dass er etwas hatte und mir gefiel seine trottelige, etwas unbeholfene Art. Bei unserem ersten Date spielten wir Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und knutschen wild herum, während im Hintergrund Tygas „Rack City Bitch“ lief. Romantischer ging es also kaum. Insgesamt war Max einfach weder besonders romantisch noch liebevoll und bemüht, wie ich im folgenden Jahr feststellen sollte. Details hierzu würden den Rahmen sprengen, aber alles in allem hat er mich einfach nicht gut behandelt. Wir haben uns in den zwölf (!) Monaten, die das Ganze lief, kaum gesehen, obwohl ich nach seinem wöchentlichen „Na, was geht (am Wochenende) ?“ meine Uhr hätte stellen können. Aber ich war jung und total in diese Dumpfbirne verknallt, was blieb mir also anderes übrig? Ich hab brav mitgespielt, nicht herumgezickt und mich tierisch gefreut, wenn er mir doch seine so kostbare Zeit geschenkt hat. Zu bunt wurde es mir erst, als ich ihm tollkühn meine Liebe gestand und er darauf nur ein verdattertes „Ähh ok“ herausbrachte. Dabei habe ich wirklich all meinen Mut zusammengenommen; Ich stand vor ihm und habe gezittert wie Espenlaub: „Du, ich glaube, ich hab' mich in dich verliebt“. An seinem Verhalten hat sich trotzdem nichts geändert, also zog ich einen Schlussstrich. Prompt folgte eine Facebook-Entfreundung und wenig später hatte Max auf einmal eine Freundin mit Pferdegebiss. So kann's gehen.
In den letzten Jahren hat sich unser Kontakt dann auf ein Minimum beschränkt: Er hat mir ab und an geschrieben und ich habe irgendwann nicht mehr geantwortet, weil ich darin keinen Sinn sah. Das hat sich vor circa drei Wochen geändert, als Monsieur aus seiner Deckung hervorkam und mir via WhatsApp die volle Bandbreite seines Reumuts servierte: „Ich bereue so, dass ich mich damals nicht mehr gemeldet habe, es war immer so schön mit dir, ich hab damals echt Mist gebaut...“ bla bla bla.
Die anschließende Einladung auf einen Versöhnungsdrink hätte jeder, der halbwegs bei Sinnen ist, sofort ausgeschlagen... Nicht so ich. Nach einigem hin und her nahm ich an. Ich bin schließlich Fan von zweiten Chancen, man kann ja schließlich nie wissen. Und außerdem bin ich, wie ich fürchte, dem Kerl so lange hinterhergelaufen und habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass er nach einem Treffen fragt, dass ich gar nicht nein sagen konnte.
Inzwischen war ich ein paar mal dort und nachdem ich anfangs dachte, ich hätte alles unter Kontrolle, bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher.
Aber dazu mehr in der nächsten Woche …

Fee

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