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Donnerstag, 24. Dezember 2015

Donnerstags-Desaster #11

Last Christmas

Ich finde, Weihnachten als Single hat immer einen ganz schön bitteren Beigeschmack. Da wird das glanzvolle Fest der Liebe schnell mal zur frustrierenden Angelegenheit. Vorweihnachtliche Reklame mit kuschelnden Pärchen am Kaminfeuer und knutschende Kumpanen in Bommelmütze am Glühweinstand erinnern unsanft daran, dass wir es im vergangenen Jahr scheinbar wieder nicht geschafft haben, einen Partner zu angeln. Stimmt schon, ein Partner, den man zu Weihnachten liebhaben, bekuscheln und beschenken kann, ist schon etwas Feines. Zudem lassen sich Weihnachtsstress und etwaige Feiertags-Fauxpas (à la Opa hat nach dem fünften Glas Wein das dringende Bedürfnis, alle Anwesenden abzuknutschen und überschwängliche Liebeserklärungen zu postulieren) zu zweit einfach besser ertragen. Und das norddeutsche Weihnachts-Wetter, derzeit widerlich grau und böig ungemütlich mit leichten Schauern, tut das Übrige.
Naja, ich will nicht meckern, schließlich hatte ich letztes Jahr noch einen tollen Typ an meiner Seite (Hier sollte jetzt eigentlich „Last Christmas“ eingespielt werden, um den Text frohlockend zu untermalen), und dieses Jahr habe ich immerhin einen Adventskalender verschenkt.
Mr. Kurztrip entpuppt sich nämlich als unerwartet gute Partie. Er ist so witzig, dass ich manchmal einfach laut lachen muss, wenn ich seine Nachrichten lese – Manchmal befinde ich mich dabei auf öffentlichem Terrain, was bedeutet, dass sehr viele Menschen mich mittlerweile für vollkommen durchgeknallt halten müssen. Was soll's, so haben wenigstens alle etwas zu Lachen. Der Kerl hat also einen hammermäßigen Humor, bringt mich laufend zum Schmunzeln und sieht dazu ganz passabel aus. Dickes Plus: Mit einem abgeschlossenen Studiums und drei erfolgreich laufenden Start-Ups scheint er auch so einiges auf dem Kasten zu haben. So habe ich, nachdem ich es aus Jux und Tollerei versprochen hatte, in mühevoller Handarbeit einen fetzigen Adventskalender gefertigt – Voll mit kleinen Geschenken, Knabberkram und Gutscheinen, die jeweils auf vergangene Gespräche anspielen: 1x Pizza backen, 1x Karaoke, 1x „Du darfst mich ENDLICH auf einen Kurztrip ausführen“ … Glaubt ihr, er hätte es geschafft, den Kalender pünktlich zu Monatsbeginn abzuholen? Natürlich nicht. Warum bloß date ich immer so Dullies, die nie ein Treffen auf die Reihe kriegen? „Es ist eben schwierig mit der Entfernung, wenn ich in Kiel wohnen würde, würden wir uns viel öfter sehen“. Meine Güte, Flensburg ist nun wirklich nicht Timbuktu. Als ich mich nach einem geschlagenen Monat ohne Treffen ein wenig muckiert habe, fand ich das durchaus legitim. Mr. Kurztrip ist daraufhin ein wenig durchgedreht: Nach stundenlangen (!) Diskussionen darüber, dass die ganze Sache „so schnell ernst geworden ist“ und er sich nicht immer dafür rechtfertigen wolle, dass wir uns nicht sehen, hat er es schließlich doch zur Kalenderübergabe geschafft. Außerdem schien ihm meine Argumentation vor Ort doch einzuleuchten: Wie soll denn irgendwer bitte herausfinden, ob das alles überhaupt Ernste Sache-Potential hat, wenn wir uns nicht sehen?
Obwohl er den Kalender „mega lässig!“ fand (für ihn schon ein Lob höchster Güte) und mir „echt etwas schuldig“ ist, schafft Mr. Kurztrip es nicht, sich mehr als ein Mal die Woche zu melden. Solche Kerle braucht nun wirklich kein Schwein; Egal, wieviel man um die Ohren hat, Zeit für ein „Guten Morgen, gute Nacht“ bleibt immer.
Also heißt es bei mir diese Weihnachten wieder SINGLE ALL THE WAY. Immerhin: So muss man sich nicht ewig den Kopf zerbrechen, welches großartige Geschenk den Liebsten wirklich aus den Socken haut und spart dazu eine Menge Geld. Vielleicht im nächsten Jahr.
Denn natürlich sind wir starke, unabhängige Frauen aber es ist eben noch schöner, mit dem Lametta um die Wette zu funkeln, wenn der angebetete mit strahlenden Augen vor uns steht und uns zur Bescherung ganz feste drückt.

In diesem Sinne: MERRY CHRISTMAS & A Happy New Year, Cheers!
 
 
 
Fee

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