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Donnerstag, 28. Januar 2016

Donnerstags-Desaster #13

Welcome To The Zoo

Ich hab’ einen richtig dicken Fisch an der Angel. Das behaupte ich jetzt einfach mal, obwohl derzeit fraglich ist, wer tatsächlich die Rute in der Hand hält. Es geht um „Käpt'n Blaubär“, wobei der Deckname den besagten Herren besser nicht umschreiben könnte: Als ich seine erste WhatsApp-Voicemail bekommen habe, musste ich selbst nach der dritten Wiedergabe noch schmunzeln und auch meine Mädels konnten sich das Lachen nicht verkneifen Es war, als würde Käpt'n Blaubär höchstpersönlich mit mir plaudern und von seinem Tag erzählen. Sexy ist das wirklich nicht, aber da seht ihr mal, welche Kräfte hier wirken! Der Käpt'n war jedenfalls mein allererstes Tinder-Match und ich konnte es kaum glauben, als mein Bildschirm mir freudestrahlend verkündeteEs passt, ihr steht aufeinander!. Ein geradezu magischer Moment und ich war völlig aus dem Häuschen! Seines Zeichens knappe zwei Meter groß, dunkelblondes Haar, aus dem witzige Spitzöhrchen hervorluken, und graublaue Augen, hat der Kerl mich von der ersten Minute umgehauen. Außerdem ist er klug, witzig und charmant, ein echter Hauptgewinn - Zumindest virtuell. Kein Wunder also, dass ich ernsthaft in Panik geraten bin, als der Chatverlauf samt seinem Profil auf einmal unauffindbar war. Glücklicherweise bin ich ein leidenschaftlicher Stalker und konnte ihn nach nicht allzu langer Suche auf Facebook ausfindig machen. Kaum hatte ich ihn dort kontaktiert, das obligatorische „Falls der Kontaktabbruch in deinem Sinne war, ignorier’ einfach diese Nachricht“ natürlich inklusive, war der verschollene Chat natürlich wieder da. Absicht war es aber auch nicht, puuuhh!
 
Und so begann eine lange, intensive Facebook-Brieffreundschaft: Jeden Morgen und Abend gab es mindestens eine Handbreit kommunikativer Ergüsse, bis wir schließlich auf minutenlange Voicemails umgestiegen sind. Etwa drei Monate ging das so, ohne dass wir es geschafft hätten, uns zu treffen. Was vermutlich zum Teil daran lag, dass ich mich gerne bitten lassen und diesbezüglich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollte (Dabei habe ich sogar mehrfach angeboten, vorbeizusausen) und er einfach „andere Prioritäten“ hatte. Tatsächlich flatterte nach fast drei Monaten aus heiterem Himmel ein „Ich hab’ das Gefühl, du investierst so viel und ich kann dem gar nicht gerecht werden.“ ins Haus, und damit war’s das dann. Zumindest für mich, denn wenn man jemanden wirklich treffen möchte, nimmt man sich auch die Zeit. Zugegeben, für einen winzigen Moment war ich tatsächlich recht geknickt, aber wer nicht will, der hat eben schon. Das war im Juni, seitdem war es mucksmäuschenstill um den Käpt’n, bis mich Anfang Dezember eine Nachricht erreicht hat: „Ich habe eine neue Nummer, Liebe Grüße“.
 
- Kleiner Fun Fact an dieser Stelle: Bis dato wusste ich nicht, wie der Käpt’n wirklich heißt, sein Spitzname lässt nämlich wahrlich die wildesten Spekulationen zu -
 
Nach meinem „Das ist schön, Blaubär, herzlichen Glückwunsch“ haben wir noch ein wenig geplaudert, bis der Herr mir schließlich offenbarte, dass seine Prioritätensetzung noch immer dieselbe sei. Peng, erneute Funkstille - Dieses mal bis Silvester, als er mir einen guten Rutsch gewünscht hat. Ein paar Tage später war’s das dann auch wieder; Erklär’ mir mal wer die Männer, ehrlich!
 
Vor circa drei Wochen dann ist etwas passiert, das ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht erhofft hätte: Käpt’n Blaubär himself hat mich tatsächlich um ein richtig echtes Date gebeten! Ich habe mich einer Springmaus noch nie so nah gefühlt wie in jenem Moment, als ich, vollkommen außer mir, durchs Zimmer gehüpft und herumgewirbelt bin. Okay, vielleicht habe ich ein bisschen nachgeholfen und erzählt, dass mir seinetwegen das halbe Eis auf die gute Seidenbluse geplumpst ist. Vor lauter schlechtem Gewissen musste er mich ja auf einen Kaffee einladen. Außerdem hat er dazu ein Bild geschickt auf dem ich als Gast-Star im Youtube-Video meiner lieben Freundin Jana zu sehen bin: „Du glaubst es nicht, aber ich schaue mir gerade tatsächlich ein Flecht-Frisuren-Video an“. Herzallerliebst!
 
Nun harre ich mehr oder weniger cool aus und warte ungeduldig darauf, dass wir einen Termin für unser Rendezvous eintüten. „Dieses Wochenende irgendwann“ soll es ENDLICH soweit sein und ich bin schon bei dem Gedanken an ein Treffen so aufgeregt, dass ich Bauchkribbeln und Herzklopfen bekomme. Schließlich sammeln sich im Laufe eines ganzen Jahres ja so einige Erwartungen an, die es zu erfüllen gilt, wenn nicht gar zu übertreffen.
 
Aber im Endeffekt weiß man ja vorher nie so genau, wie der andere tickt und was einen erwartet, also springe ich einfach ganz lässig ins kalte Wasser. Zumindest so lässig, sexy und verwegen wie meiner Wenigkeit möglich.
 
Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden, was meine maritime Liebelei angeht. Bis dahin, ahoi und ein schönes Wochenende!

 
Fee

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