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Donnerstag, 3. März 2016

Donnerstags-Desaster #15

Frühlingsgefühle und Recycling für Fortgeschrittene
 
Kaum sind die eisigen Temperaturen vorüber, scheint dem einen oder anderem die erfrischende Frühlingsluft zu Kopfe zu steigen. Anders kann ich mir das Verhalten einiger Herren kaum erklären:
Nach wochen- oder gar monatelanger Funkstille kriechen sie aus ihrem Bau und bombardieren mich mit mehr oder weniger unmoralischen Angeboten. Selbst solche, die bisher immer sicher in der Kiste rein platonischer Beziehungen verstaubten, wittern ihre Chance, wollen unbedingt ein Treffen arrangieren und bestücken den Kühlschrank mit perlenden Kaltgetränken, damit ich mich wohlfühle. Das hat natürlich zur Folge, dass ich nie genau weiß, wann es sich um ein Date handelt und wann nicht. Problematisch ist dies zum Beispiel im Hinblick auf Styling und die Wahl des richtigen Outfits – Wenn man zum Beispiel in Jogginghose auf dem Sofa des vermeintlichen Kollegen hockt und jener plötzlich versucht, einen zu küssen, weiß man, dass die Prognose falsch war. Vielleicht lag es aber auch an der Schlabberhose und in Knackpo-Jeans wäre das Treffen glimpflich verlaufen, wer weiß das schon. So drehen meine Männer also vollkommen durch und ich kann mich vor amourösen Avancen kaum retten. Dabei würde ich mich selbst viel mehr als Kumpeltyp beschreiben: Ich bin nett, cool und witzig, ganz bestimmt aber keine sexy Femme Fatale.
Tatsächlich kann ich mir dieses Phänomen der Pop Up-Guys also nicht im Geringsten erklären, vielleicht liegt des Rätsels Lösung ja wirklich im Wechsel der Jahreszeiten.
Ich selbst fühle mich derweil so ganz und gar nicht frühlingshaft; Die ewige Suche nach Mr. Right ist anstrengend, aufreibend und auf Dauer furchtbar frustrierend. Wer suchet, der findet, aber wann?
Glaubt man zahlreichen Ratgebern, Horoskopen und dem gesellschaftlichen Konsens, soll man ja sowieso nicht nach der Liebe suchen, sondern einfach darauf warten, dass ein schmucker Kerl mit Tiffany-Ring vom Himmel fällt.
Deswegen habe ich beschlossen, die aktive Suche aufzugeben und mich dem allgegenwärtigen Recycling-Trend anzuschließen: Ich verwerte einfach ausgewählte Exlover wieder. Da weiß man wenigstens, was man hat und spart sich enttäuschte Erwartungen und böse Überraschungen. Dies scheint mir eine geradezu grandiose Idee, die noch dazu eine Menge Energie spart. Ein weiterer Vorteil: Nebenbei kann man ganz bequem die Augen nach der großen Liebe aufhalten und die Lauscher spitzen. Auch die theoretische Akquise der Partner fällt unter den oben genannten Umständen nicht schwer, doch in der Praxis hapert es noch gewaltig. Denn schließlich beinhaltet mein Beuteschema diese Dulli-Klausel, laut der jeder Typ, mit dem ich etwas anfange, das Organisationstalent eines Maulesels hat. So melden sich Justin, Max, Mr. Startup und Co. regelmäßig und erzählen mir, wie gern sie mich sehen würden, schaffen es dann aber nicht, einen Termin festzuhalten – Sehr zu meinem Leidwesen. Ich hatte mir das Aufwärmen von Verflossenen deutlich unkomplizierter vorgestellt. Stattdessen sitze ich nun immer öfter fluchend vorm Handy und schimpfe darüber, wie nervenaufreibend so zwanglose Geschichten sind. Ich rasiere mir in mühevoller Kleinstarbeit die Beine, creme und schminke, was das Zeug hält und schnüre mich in feinste Wäsche, damit er unsere Verabredung dann verpennt. Ich wette, jede von euch kennt dieses Gefühl, wenn man sich komplett rasiert und herausputzt und er dann absagt.
Ärgerlich, aber dafür verbringe ich meine Abende immer öfter mit zwei sagenhaften Herren Namens Ben und Jerry und einer Flasche Sauvignon vor einer Folge Sex and the City und das Leben ist wieder schön!
Ich wünsche einen fabelhaften Start in diesen vielversprechenden Frühling!
 
 
Fee

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