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Freitag, 5. Mai 2017

Donnerstags-Desaster #31

Von Herzschmerz und Genickbrüchen
Es folgt eine ebenso skurrile wie schmerzhafte Erfahrung, zumindest war sie es für mich. Eine Geschichte von kleinen und großen Gefühlen, auf und abs und kulturellen Eigenarten.
VORWORT
Nun habe ich ja bereits mehrfach verlauten lassen, dass es keine gute Idee ist, außerhalb der eigenen Stadtmauern zu tindern – Genau genommen verstößt es sogar gegen den unausgesprochenen Tinder-Kodex. Ist ja logisch, wer will schon einen Typen, der mehrere hundert Kilometer entfernt wohnt? Ja, das habe ich gesagt und ich halte daran fest; Es sind vorprogrammierte Enttäuschungen, denn gut enden solche Geschichten für gewöhnlich nicht.
Deswegen habe ich von nun an immer ein Zettelchen dabei, das ich an den Rand meines Weinglases pappe, wenn ich außer Haus bin: DON’T TINDER WHEN VACAY! – Rosa Sticky Notes als Lebensretter.


Los geht es – mal wieder – auf meinem Münstertrip im August letzten Jahres, dort, wo alles begann:
Hi was geht woher kommst du“, Deniz, 26 Tindermatch aus Dortmund und, wie sich später herausstellen sollte, erstaunlich blond für einen Türken. Damals hielt ich den Namen für einen Facebook-Streich (Dennis mal anders und total individuell, ha ha) hatte ich bis dato kaum Berührungspunkte mit der türkischen Bevölkerung und Kultur. Um das an diesem Punkt klarzustellen: Nicht, weil ich ein Problem mit Ausländern oder Immigranten habe, sondern einfach, weil es sich nie ergeben hat. Vollkommen verdutzt starrte ich auf den Bildschirm, bevor ich gehässig grinsend meine Antwort tippte: „Entschuldige bitte, ist das eine Frage? Wenn ja, verwende doch bitte Satzzeichen und halte dich ein wenig an allgemeingültige orthographische Vorgaben, danke!“ Mit Smiley natürlich, allzu garstig sollte die Nachricht ja auch nicht wirken. Tatsächlich gab sich Deniz daraufhin mehr Mühe und wir schrieben fast jeden Tag, stritten zwar viel, aber irgendwie gefiel mir das Ganze. Ich stand eigentlich gar nicht auf ihn und konnte frei Schnauze reden, ihn nach Lust und Laune nerven, ihm die Stirn bieten, wenn mir etwas nicht passte.  Zum ersten Mal war ich einfach ich selbst, ohne Einschränkungen, ohne Filter, mit all meinen Fehlern und Macken. Er schien mich zu verstehen und so schloss ich den verschrobenen, emotional unterkühlten, viel zu stolzen und chronisch pöbelnden Türken mit Assi-Slang ins Herz. Manche Dinge passieren einfach, ohne dass man sie erklären könnte.
Wir verstanden uns wirklich gut, bis eine unserer Auseinandersetzungen gewaltig aus dem Ruder lief und darin endete, dass ich erschüttert den Kontakt abbrach. „Du bist mir echt zu anstrengend, kein Bock drauf, ich wollte eh nur ficken.
Damit hatte sich die Geschichte vorerst erledigt, zumindest bis zum nächsten Monat, da meldete er sich nämlich zurück und sagte, er wünsche sich, alles würde wie früher. Entschuldigt hat er sich nicht, das tut er nie, aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt.
Und alles wurde wie früher, sogar besser: Wir schrieben jeden Tag, es gab Kosenamen und Rumgeschnulze und er besuchte mich zwei Mal in Hamburg. Wir hatten wunderschöne Tage, nette Gespräche und super Sex. Weiter ins Detail zu gehen, würde nun wirklich den Rahmen sprengen, aber so viel kann ich sagen: Es war alles gut, kein Grund zur Sorge, keine Zweifel. Wer mich kennt, weiß, dass ich nichts besser kann, als mir in solchen Situationen den Kopf zu zerbrechen, Punkte zu suchen, die mir übel aufstoßen – Mit Deniz war das anders, ich vertraute ihm, war sicher und entspannt.  Und wenn er auch sonst emotionslos und wortkarg war,niemanden an sich heranließ, hatte ich das Gefühl, bei mir sei es anders. Ich verliebte mich in ihn, in die Vorstellung, dass ich ihn berühren und die Eine sein würde, the one and only. Zugegeben, ein geradezu jugendlich-naives Verhalten, ab und zu kommt eben doch die hoffnungslose Romantikerin in mir durch.
Umso schockierender, dass sich nur wenige Tage nach Deniz‘ letztem Besuch alles ändern sollte, doch mehr dazu nächste Woche.
Und ohne groß Spoilern zu wollen: Die Story hat Skandal-Potential, also STAY TUNED!
Fee

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