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Donnerstag, 18. Mai 2017

Donnerstags-Desaster #32

Wie versprochen folgt der nächste Teil der skandalösen Story rund um Deniz, Eisenherz und Pöbelprotz. Ich bitte dabei, den hohen Anteil von Zitaten zu entschuldigen, jedoch lege ich großen Wert auf die einhergehende Authentizität der Berichterstattung. Here We Go!

 
Rund eine Woche, nachdem er mich das zweite Mal besucht hatte, neckten wir uns via WhatsApp: Es ging um Nasen, Komplexbaustelle No.1, wenn ihr mich fragt. Auf meine Aussage hin, dass in der Bahn ein Typ säße, mit dem ich aus eben jenem Grund partout keine Kinder bekommen könne, kam von Deniz nur ein trockenes „Wieso, minus und minus ergibt doch plus“ – Na herzlichen Dank! Sprachlos und etwas pikiert versuchte ich, die Situation locker abzutun: „Deine Mutter ergibt Plus!“  Zugegeben, keine Glanzleistung meinerseits, aber mir ist in der Situation eben nichts Besseres eingefallen – Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich kein bisschen schlagfertig bin? Deniz‘ Reaktion auf mein scherzhaftes Statement jedenfalls war niederschmetternd: Ich solle aufpassen, was ich sage und solche Wörter dürfe ich gar nicht erst in den Mund nehmen. Dazu noch ein charmantes „Schreib dir das hinter die Ohren… oder sonst wo hin!“ und die Katastrophe war perfekt. Und nun fehlten mir wirklich die Worte, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass ich es höchst grenzwertig finde, jemandem Respektlosigkeit vorzuwerfen und ihn dabei derart zu behandeln. Nichts desto trotz entschuldigte ich mich natürlich und betonte, dass es mir keinesfalls an Respekt vor seiner Familie mangele, ehrlich! Doch all meine Beschwichtigungsversuche nützen nichts, Deniz war pissed. Es folgte eine Woche angefressenen Schweigens, wir beide grummelten vor uns hin, bis ich die ungewohnte Funkstille nicht mehr aushielt und über meinen Schatten sprang: „Du fehlst mir, lass uns nicht mehr streiten!“, meiner Meinung nach ein Friedensangebot erster Güte. Als zwei Stunden später noch immer keine Antwort kam (Wobei er die Nachricht NATÜRLICH sofort geöffnet hatte und in sehr regelmäßigen Abständen online war), warf ich alle Selbstachtung über Bord und zog alle Register; Ich schickte ihm ein Foto von uns, dass ich heimlich im Rahmen eines Nachmittags-Naps gemacht hatte – Ein wahnsinnig, waaahnsinnig süßes Foto! Stunden später bekam ich endlich meine Antwort, ach was, AntwortEN. „Das hättest du dir früher überlegen müssen“, „Damit hast du dich selbst ins Aus geschossen“ und „Du tickst doch nicht mehr richtig“ sind nur einige der spitzen Kommentare, die im Minutentakt auf mich niederrasselten – Mein absoluter Favorit: „Genickbruch!“
Ich hatte ja mit vielen Reaktionen gerechnet, mir viele Szenarien ausgemalt, dies war keines davon. Vor lauter Perplexität wusste ich kaum, was ich sagen sollte, aber was soll man in solchen Situationen auch sagen? So blieb ich ruhig, versuchte abermals zu erklären, dass er meine Aussage missverstanden habe und ich ihn und seine Familie in keinster Form angreifen wollte – Wieso auch? Nachdem er meine Erklärung partout nicht einsehen und meine Entschuldigung nicht annehmen wollte, blieb mir nichts, als ihm von Herzen alles Gute zu wünschen. Denn obwohl er mich so wüst beschimpft, erniedrigt und angeblufft hatte, konnte ich nicht anders. Um 01h22 kam ein „Danke“, das war‘s.
Doch Deniz wäre nicht Deniz, hätte er die Sache auf sich beruhen lassen. So schrieb er um 14h48 „Das war ein grober Schnitzer, es hätte echt klappen können“, um 14h53 „Das war unter aller Sau, auch wenn du es nicht so gemeint hast!“ und um 23h40 „Sowas ist nicht zu entschuldigen.“ Und als hätte ich es bis dahin nicht verstanden, rief er zehn Minuten später noch einmal an, um seinem Ärger Luft zu machen: Er sei maßlos enttäuscht und ich solle mir bloß nicht noch einen Kommentar dieser Art erlauben. Aber auf Ultimaten habe ich beim besten Willen keine Lust, so endete unser Gespräch mit einen diplomatischen „Ich mag dich, aber ich erwarte, dass du mir Fehler verzeihst und keine Bedingungen an deine Zuneigung geknüpft sind, vielleicht sollten wir es also besser lassen.“  Das sei ihm egal, er habe sowieso keine Beziehung gewollt, so Deniz. Damit hatte sich die Geschichte also wirklich erledigt – Bis er mich einige Tage später via WhatsApp fragte, wie der neue Job sei, nur, um daraufhin weiter zu diskutieren. Hier ins Detail zu gehen, wäre nicht fair, aber immerhin verstehe ich seine Reaktion nach dem Gespräch etwas besser. Nur gerechtfertigt war sie definitiv nicht und sie wird es auch nie sein.
 
 
Fee

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